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Der israelisch-palästinensische Konflikt beinhaltet viele Ursachen und Dimensionen. Vereinfachende Beurteilungen sind zu vermeiden. Beide am Konflikt beteiligten Gesellschaften pflegen ein kollektives Gedächtnis, in dem die Erfahrungen der jeweils anderen Seite nicht vorkommen: die Anerkennung der Geschichte der Anderen ist ein wichtiger Teil des Friedensprozesses.
Der heutige Zustand der Besetzung, der Repression und des Terrors verletzt die Menschenrechte und steht im Widerspruch zum internationalen Völkerrecht, zu den Genfer Konventionen und zu UN-Resolutionen. Wir kritisieren die menschen- und völkerrechtswidrigen Handlungen aller Konfliktparteien.
Israelis und PalästinenserInnen schaffen es nicht, allein aus der Eskalationsspirale heraus zu kommen. Deshalb befürworten wir eine konstruktive Intervention durch eine breit zusammen gesetzte Drittpartei. Wir unterstützen Frieden stiftende Gespräche und Projekte, welche Brücken zwischen allen am Konflikt direkt beteiligten Parteien herstellen und realisierbare Perspektiven der Ko-Existenz fördern. Die Ausgestaltung der Ko-Existenz ist Sache der in der Konfliktregion lebenden Menschen selbst.
Kritik an Israel kann auch für antisemitische Ziele instrumentalisiert werden. Dagegen wenden wir uns in aller Schärfe. Sowohl antijüdische als auch anti-islamische und jegliche rassistische Einstellungen und Handlungen sind Teil des Problems und nicht Teil der Lösung.
Wer wir sind
Die Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden zwischen Israel und Palästina ist ein Verein mit Sitz in Zürich. Die Gruppe hat sich im Frühling 2002 gebildet und setzt sich aus Frauen und Männern jüdischer Herkunft zusammen. Wir sind Teil des Netzwerkes European Jews for Just Peace (EJJP).
Uns bewegt eine kritische Verbundenheit mit Israel. Wir sind über die Situation im Nahen Osten und die Verletzung der Menschenrechte der PalästinenserInnen im Namen der israelischen und jüdischen Sicherheit besorgt und setzten uns für einen Frieden schaffenden Umgang mit den Sicherheitsbedürfnissen Israels ein.
Was wir tun
Mit verschiedenen Aktivitäten schaffen wir Raum und Öffentlichkeit für inhaltliche Auseinandersetzungen und für die Entwicklung von gerechten und friedlichen Zukunftsvisionen.
Wir tragen bei zu einem Dialog mit gegenseitigem Respekt vor unterschiedlichen Standpunkten innerhalb von jüdischen Kreisen, zwischen jüdischen und palästinensischen Menschen und in der schweizerischen Öffentlichkeit.
Wir arbeiten mit allen Friedensgruppen (in der Schweiz, Israel und Palästina) zusammen, welche das Existenzrecht Israels und das Selbstbestimmungsrecht der PalästinenserInnen anerkennen.
Wofür wir einstehen
Die aufgeführten Punkte weisen auf Perspektiven der Ko-Existenz hin und sind in Zusammenhang mit dem dringend notwendigen Friedensprozess zu verstehen.
- Beendung der Besetzung und Aufnahme von ernsthaften Verhandlungen.
- Verzicht auf Waffengewalt als Grundlage für die Suche nach pragmatischen politischen Lösungen, welche die sichere Existenz aller Bewohnerinnen und Bewohner des Nahen Ostens gewährleisten.
- Rückzug Israels aus allen 1967 besetzten Gebieten, Räumung der israelischen Siedlungen in der Westbank, Abbruch der Mauer/ Sperranlage, Sicherstellung der lebensnotwendigen Infrastruktur für alle Bewohnerinnen und Bewohner der Konfliktregion.
- Politische, wirtschaftliche und soziale Gleichberechtigung aller im Nahen Osten lebenden Menschen, ungeachtet ihres Geschlechtes, ihrer kulturellen Wurzeln, ihrer Religion und ihrer gesellschaftlichen Herkunft.
- Gerechte Verteilung der Ressourcen - Wasser, Land, Rohstoffe - auf alle in der Region lebenden Menschen.
- Anerkennung des Unrechts, das PalästinenserInnen durch Vertreibungen, Landenteignungen, Besatzungs- und Siedlungspolitik von Israel seit 1948 angetan wurde.
- Aushandlung einer Lösung für das palästinensische Flüchtlingsproblem, mit der beide Seiten leben können. Kompensationsleistungen für jene PalästinenserInnen, die nicht nach Israel zurückkehren können oder wollen und Wiedergutmachungs-leistungen für völkerrechtswidrige Enteignungen, einschliesslich der in Israel lebenden PalästinenserInnen.
- Berücksichtigung der Mitverantwortung der arabischen Staaten an der heutigen Situation der palästinensischen Flüchtlinge und ihrer Mitverpflichtung für die Integration von palästinensischen Flüchtlingen in ihren Ländern.
- Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung Palästinas sowie Förderung der politischen und kulturellen Zusammenarbeit zwischen Israel und Palästina durch die Europäische Union.
- Finanzielle und fachliche Förderung von Frieden schaffenden Kooperationen zwischen Israelis und PalästinenserInnen durch die Schweiz.
(Stand Mai 2007)



